Lan­des­sport­bünde Bay­ern, Ber­lin und Nord­rhein-West­fa­len for­dern natio­nale Initia­tive für den Kin­der- und Jugend­sport

Die LSB-Prä­si­den­ten Jörg Ammon, Tho­mas Här­tel und Ste­fan Klett unter­zeich­nen im Rah­men des Herbst­fi­na­les von „Jugend trai­niert“ Gemein­same Erklä­rung zur Olym­pia- und Para­lym­pics-Bewer­bung. Sport­or­ga­ni­sa­tio­nen und Per­sön­lich­kei­ten des Sports unter­stüt­zen den Schul­ter­schluss der Lan­des­sport­bünde.

Zehn Tage vor der Ent­schei­dung über die deut­sche Bewer­bung um die Olym­pi­schen und Para­lym­pi­schen Spiele 2036, 2040 oder 2044 set­zen die Lan­des­sport­bünde der drei Bewer­ber­städte und ‑regio­nen ein gemein­sa­mes Zei­chen für die Zukunft des Sports in Deutsch­land. Jörg Ammon, Prä­si­dent des Baye­ri­schen Lan­des-Sport­ver­bands, Tho­mas Här­tel, Prä­si­dent des Lan­des­sport­bunds Ber­lin, und Ste­fan Klett, Prä­si­dent des Lan­des­sport­bunds Nord­rhein-West­fa­len, haben am Mitt­woch in der Hes­si­schen Lan­des­ver­tre­tung in Ber­lin eine Gemein­same Erklä­rung unter­zeich­net. Darin for­dern sie, die in den drei Bewer­bungs­kon­zep­ten vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men für den Kin­der- und Jugend­sport unab­hän­gig vom Aus­gang der Ent­schei­dung am 26. Sep­tem­ber für Ber­lin, Mün­chen oder Köln­Rhein­Ruhr bun­des­weit auf­zu­grei­fen und umzu­set­zen.

„Von der Olym­pia- und Para­lym­pics-Bewer­bung muss ein Boos­ter für den Kin­der-und Jugend­sport in ganz Deutsch­land aus­ge­hen“, lau­tet der zen­trale Anspruch der Erklä­rung. Die drei Lan­des­sport­bünde wol­len damit aus dem Wett­be­werb um die deut­sche Bewer­bung eine lang­fris­tige Koope­ra­tion für die Sport­ent­wick­lung in Deutsch­land machen.

„Um bei den Olym­pi­schen und Para­lym­pi­schen Spie­len im eige­nen Land gol­dene Momente mit gro­ßer Strahl­kraft und Begeis­te­rung der Men­schen zu bekom­men, begin­nen wir bereits heute, unsere Jugend – also die Kin­der­gar­ten- und Grund­schul­kin­der – mit den best­mög­li­chen Stra­te­gien und Struk­tu­ren zu för­dern“, erklärt Jörg Ammon. Der Prä­si­dent des Baye­ri­schen Lan­des-Sport­ver­bands ver­weist dabei auf die Rück­kehr zur drit­ten Sport­stunde in allen ers­ten Klas­sen in Bay­ern ab dem Schul­jahr 2027/28 und auf die Bedeu­tung geziel­ter Talent­sich­tung und Talentent­wick­lung.

Tho­mas Här­tel betont die Wir­kung, die eine Olym­pia- und Para­lym­pics-Bewer­bung bereits lange vor einer mög­li­chen Aus­tra­gung ent­fal­ten kann: „Olym­pia und die Para­lym­pics wir­ken vor Ort – in ganz Deutsch­land.“ In Ber­lin habe die Bewer­bung bereits Pro­zesse ange­sto­ßen, die Bewe­gung in der Schule, die Zusam­men­ar­beit von Schu­len und Ver­ei­nen und die Schwimm­fä­hig­keit von Kin­dern stär­ken sol­len. Här­tel: „Wenn Kin­der und Jugend­li­che beste Vor­aus­set­zun­gen vor­fin­den, sport­lich aktiv zu wer­den, ver­bes­sern sich die Mög­lich­kei­ten für alle Men­schen.“ Auch Ste­fan Klett sieht in der Bewer­bung vor allem eine Chance für nach­hal­tige Ver­än­de­run­gen: „Olym­pi­sche und Para­lym­pi­sche Spiele kön­nen dann ihre größte Kraft ent­fal­ten, wenn sie lang­fris­tig etwas bewe­gen. Für uns steht des­halb im Mit­tel­punkt, dass die Impulse der deut­schen Bewer­bung zu einem ech­ten Gewinn für den Kin­der-und Jugend­sport wer­den.“ Mehr Bewe­gung im All­tag, eine stär­kere Ver­an­ke­rung von Sport in Schule und Ganz­tag, engere Part­ner­schaf­ten zwi­schen Schu­len und Sport­ver­ei­nen sowie eine bes­sere För­de­rung jun­ger Talente seien Auf­ga­ben, die weit über die Ent­schei­dung über den Aus­tra­gungs­ort hin­aus­reich­ten.

Gemein­sam für Bewe­gung, Talente und Chan­cen­ge­rech­tig­keit

Die drei Lan­des­sport­bünde erklä­ren in ihrer Ver­ein­ba­rung, die Maß­nah­men ihrer jewei­li­gen Bewer­bungs­kon­zepte unab­hän­gig vom Aus­gang der Abstim­mung aktiv zu unter­stüt­zen. Dazu gehö­ren ins­be­son­dere die För­de­rung des Kin­der- und Jugend­sports, die Ein­füh­rung einer täg­li­chen Bewe­gungs­stunde, ein beson­de­rer Fokus auf den Nach­wuchs-leis­tungs­sport sowie eine chan­cen­ge­rechte Talen­ter­ken­nung und ‑ent­wick­lung in Schule und Ver­ein.

Aus­drück­lich gestärkt wer­den sol­len dabei auch ver­läss­li­che Wett­be­werbe wie Jugend trai­niert für Olym­pia & Para­lym­pics und die Bun­des­ju­gend­spiele, die von der Koope­ra­tion zwi­schen Schule und Ver­ein getra­gen wer­den. Zudem wol­len die drei Lan­des­sport­bünde die bun­des­weite Koope­ra­ti­ons­platt­form unter­stüt­zen, die im Rah­men des Natio­na­len Akti­ons­plans Kin­der- und Jugend­sport die Vor­aus­set­zun­gen für eine bes­sere Talen­ter­ken­nung und ‑för­de­rung zusam­men­füh­ren soll.

Die Erklä­rung fin­det breite Unter­stüt­zung im Sport. Gemein­sam ist den State­ments der Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten, Sport­ju­gend- und Behin­der­ten­sport­ver­ant­wort­li­chen sowie der Deut­schen Schul­sport­stif­tung und Wis­sen­schaft vor allem die Über­zeu­gung, dass die Bewer­bung schnellst­mög­lich Wir­kung ent­fal­ten muss. Sie soll bereits heute bes­sere Bedin­gun­gen für Bewe­gung, Sport und Talentent­wick­lung schaf­fen – und zwar für Kin­der und Jugend­li­che in ganz Deutsch­land und unab­hän­gig vom Aus­gang des Bewer­bungs­ver­fah­rens.

Olym­pia­sie­ge­rin Svenja Brunck­horst begrüßt des­halb aus­drück­lich, dass sich die Lan­des­sport­bünde der drei Bewer­ber­städte bzw. ‑regio­nen auf eine gemein­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit ver­stän­digt haben. Beach-Vol­ley­bal­le­rin und Vize­welt­meis­te­rin Karla Bor­ger ver­bin­det damit die For­de­rung nach einer „Bewe­gungs­ga­ran­tie“ für jedes Kind und bes­se­ren Zugän­gen zum Sport. Alex­an­dra Burg­hardt, Medail­len­ge­win­ne­rin bei Olym­pi­schen Som­mer- und Win­ter­spie­len, mahnt, es brau­che moderne Trai­nings­be­din­gun­gen und eine zeit­ge­mäße Sport­in­fra­struk­tur, damit die nächste Gene­ra­tion ihre Chan­cen best­mög­lich nut­zen könne. Mareike Mil­ler, Para­lym­pics-Sie­ge­rin im Roll­stuhl­bas­ket­ball, hebt ins­be­son­dere die Bedeu­tung inklu­si­ver Bewe­gungs- und Sport­an­ge­bote sowie der gleich­be­rech­tig­ten Stär­kung von Jugend trai­niert für Olym­pia & Para­lym­pics her­vor.

Poli­ti­scher Rücken­wind für den gemein­sa­men Vor­stoß

Die Initia­tive der drei Lan­des­sport­bünde und der Deut­schen Schul­sport­stif­tung knüpft zugleich an bereits gefasste sport‑, jugend- und bil­dungs­po­li­ti­sche Beschlüsse an. Die Bun­des­re­gie­rung hat die deut­sche Olym­pia- und Para­lym­pics-Bewer­bung als zen­tra­les Pro­jekt ihrer Sport­po­li­tik im Regie­rungs­pro­gramm ver­an­kert. Die 53. Sport­mi­nis­ter-kon­fe­renz beschloss am 19. März 2026 auf Nor­der­ney die Initi­ie­rung eines Natio­na­len Akti­ons­plans zur För­de­rung des Kin­der- und Jugend­sports. Die Jugend- und Fami­li­en­mi­nis­ter­kon­fe­renz unter­stützte die­ses Vor­ha­ben am 16. Juli 2026. Bereits im Novem­ber 2025 hatte das Prä­si­dium des Deut­schen Städ­te­tags die Initia­tive begrüßt. Zudem erklärte die Bil­dungs­mi­nis­ter­kon­fe­renz im Juni 2026 ihre Unter­stüt­zung für die Bewer­bung um die Aus­rich­tung Olym­pi­scher und Para­lym­pi­scher Spiele in Deutsch­land.

Damit gibt es bereits eine breite poli­ti­sche Grund­lage für die For­de­rung, die posi­ti­ven Ansätze der drei Bewer­bungs­kon­zepte über die jewei­li­gen Bewer­ber­re­gio­nen hin­aus für die Sport­ent­wick­lung in Deutsch­land zu nut­zen.

Die Deut­sche Schul­sport­stif­tung, Gast­ge­be­rin der Ver­an­stal­tung im Rah­men des Herbst­fi­na­les von „Jugend trai­niert“, unter­stützt den gemein­sa­men Weg aus­drück­lich.

„Jugend trai­niert“ steht seit sei­ner Grün­dung für die Ver­bin­dung von Schule und Sport und für die chan­cen­ge­rechte Ent­de­ckung und För­de­rung sport­li­cher Talente. Mit der Gemein­sa­men Erklä­rung wol­len die drei Lan­des­sport­bünde nun den nächs­ten Schritt gehen: Auf Wett­be­werb folgt Koope­ra­tion – und aus den Impul­sen der Olym­pia- und Para­lym­pics-Bewer­bung soll ein nach­hal­ti­ger Gewinn für die nächste Gene­ra­tion ent­ste­hen.

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Über die Deut­sche Schul­sport­stif­tung (DSSS)

Die Deut­sche Schul­sport­stif­tung ist Trä­ge­rin und Ver­an­stal­te­rin des Schul­sport­wettbe-werbs Jugend trai­niert für Olym­pia & Para­lym­pics, der seit 1969 exis­tiert (frü­her: Jugend trai­niert für Olym­pia) und als Reak­tion auf das schwa­che Olym­pia­ab­schnei­den der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land bei den Som­mer­spie­len 1968 in Mexiko-Stadt und in Vor­aus­schau auf die anste­hen­den Olym­pi­schen Spiele Mün­chen 1972 ins Leben geru­fen wurde. Das Ziel: bes­sere Talent­sich­tung und ‑för­de­rung durch gezielte Talent­su­che in den Schu­len und engere Zusam­men­ar­beit zwi­schen Schule und Sport­ver­ein.

Aktu­ell inspi­riert „Jugend trai­niert“ rund 700.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler pro Jahr in ganz Deutsch­land dazu, sport­li­che Höchst­leis­tun­gen zu erzie­len und den Wert von Gemein­schaft zu erle­ben.

Unter dem Dach der DSSS wir­ken die 16 Kul­tus­be­hör­den aller Bun­des­län­der, der Deut­sche Olym­pi­sche Sport­bund und seine am Bun­des­wett­be­werb betei­lig­ten 16 Sport­fach­ver­bände sowie der Deut­sche Behin­der­ten­sport­ver­band (DBS) gemein­sam an der Pla­nung und Durch­füh­rung von „Jugend trai­niert“ mit.

„Jugend trai­niert“ wird jähr­lich unter der Schirm­herr­schaft des amtie­ren­den Bun­des­prä­si­den­ten ver­an­stal­tet. In jedem Jahr wer­den drei Bun­des­fi­nals in 26 Sport­ar­ten (19 olym­pisch; sie­ben para­lym­pisch) aus­ge­tra­gen: das Win­ter­fi­nale in ver­schie­de­nen Win­ter­sport­re­gio­nen wie bspw. Scho­nach (Baden-Würt­tem­berg) oder Nes­sel­wang (Bay­ern); das Früh­jahrs- und Herbst­fi­nale in Ber­lin. Die Alters­klas­sen rei­chen – dif­fe­ren­ziert nach Sport­ar­ten – von U14 über U16 bis U18.

Seit dem Schul­jahr 2022/23 kön­nen sich die jüngs­ten Schü­le­rin­nen und Schü­ler zudem am neu ent­wi­ckel­ten „Jugend trainiert“-Grundschulwettbewerb betei­li­gen. Die viel­fäl­ti­gen, sport­ar­ten­über­grei­fen­den und alters­ge­rech­ten Wett­be­werbs­auf­ga­ben las­sen sich sowohl in den Sport­un­ter­richt als auch in den außer­un­ter­richt­li­chen Schul­sport inte­grie­ren, füh­ren aber nicht zu Fol­ge­ver­glei­chen auf Regional‑, Lan­des- oder Bun­des­ebene. Kin­der mit und ohne Behin­de­rung ler­nen im Team sich selbst und andere ein­zu­schät­zen, wach­sen gemein­sam über sich hin­aus und erle­ben spie­le­risch die Freude an der Bewe­gung.

📷 Deut­sche Schul­sport­stif­tung / sam­pics