Kreis­ju­gend­ring fei­ert 80. Geburts­tag

Der Kreis­ju­gend­ring Nürn­berg – eine Erfolgs­ge­schichte der Demo­kra­tie und der Jugend­ar­beit

Aus der Erfah­rung des Krie­ges ent­stand die Vision: „Nie wie­der!“

Sie­ben Jugend­ver­bände schlos­sen sich im Jahr 1946 – unmit­tel­bar nach dem ver­hee­ren­den Zwei­ten Welt­krieg – zum Kreis­ju­gend­ring Nürn­berg zusam­men.

Sie ver­band eine klare Vision: „Nie wie­der!“

Nie wie­der Krieg. Nie wie­der Faschis­mus. Nie wie­der eine Gesell­schaft, in der junge Men­schen keine Mög­lich­keit haben, ihre Inter­es­sen selbst­be­stimmt ein­zu­brin­gen und demo­kra­ti­sche Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

Aus die­ser Vision ist eine beein­dru­ckende Erfolgs­ge­schichte ent­stan­den.

Heute gehö­ren dem Kreis­ju­gend­ring Nürn­berg mehr als 64 Jugend­ver­bände und Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen an. Sie sind über das gesamte Stadt­ge­biet hin­weg aktiv und leis­ten jeden Tag einen unver­zicht­ba­ren Bei­trag für junge Men­schen und für unsere Stadt­ge­sell­schaft.

Die Sport­ju­gend Nürn­berg ist Teil die­ser Geschichte

Auch die Sport­ju­gend Nürn­berg gehört zu den tra­gen­den Säu­len des Kreis­ju­gend­rings.

In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten haben zahl­rei­che Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Sport­ju­gend Ver­ant­wor­tung im Vor­stand des Kreis­ju­gend­rings über­nom­men. Auch Vor­sit­zende wur­den aus den Rei­hen der Sport­ju­gend gestellt. Sie stell­ten in den 1990-Jah­ren mit Clau­dia Rau­fer, der Toch­ter der lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den der Sport­ju­gend Heidi & Gün­ter Stark, auch die erste Frau in die­ser her­aus­ge­ho­be­nen Posi­tion.

Heute wird die Sport­ju­gend im Vor­stand durch Marc Stein­ber­ger als Vor­sit­zen­den und Alex­an­der Döring als Vor­stands­mit­glied ver­tre­ten.

Damit ist die Sport­ju­gend nicht nur Teil des Kreis­ju­gend­rings. Sie über­nimmt Ver­ant­wor­tung für die gemein­same jugend­po­li­ti­sche Arbeit in Nürn­berg.

Jugend­ver­bände mischen sich ein und gestal­ten Poli­tik

Zwei­mal im Jahr kom­men die Mit­glieds­ver­bände zur Voll­ver­samm­lung des Kreis­ju­gend­rings zusam­men.

Hier wer­den Anträge bera­ten, Posi­tio­nen beschlos­sen und For­de­run­gen for­mu­liert. Diese rich­ten sich auch an den Nürn­ber­ger Stadt­rat und die Stadt­ver­wal­tung.

Damit wird deut­lich: Jugend­ver­bands­ar­beit ist mehr als Frei­zeit­ge­stal­tung. Sie ist gelebte Demo­kra­tie.

Junge Men­schen ler­nen, ihre Inter­es­sen zu for­mu­lie­ren, unter­schied­li­che Posi­tio­nen aus­zu­hal­ten, gemein­sam Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

Der Kreis­ju­gend­ring ist damit ein wich­ti­ger Ort der poli­ti­schen Bil­dung und demo­kra­ti­schen Betei­li­gung in Nürn­berg.

Stadt und Jugend­ring: eine ver­läss­li­che Part­ner­schaft

Seit sei­ner Grün­dung ist das Sozi­al­re­fe­rat der Stadt Nürn­berg gemein­sam mit dem Jugend­amt ein ver­läss­li­cher Part­ner der jugend­po­li­ti­schen Inter­es­sen­ver­tre­tung jun­ger Men­schen.

Diese Part­ner­schaft hat über Jahr­zehnte dazu bei­getra­gen, dass sich die Nürn­ber­ger Jugend­ar­beit ent­wi­ckeln und neue Per­spek­ti­ven eröff­nen konnte.

Der Kreis­ju­gend­ring ist dabei nicht nur Inter­es­sen­ver­tre­tung. Er trägt auch Ver­ant­wor­tung für zahl­rei­che Ein­rich­tun­gen und Ange­bote der Jugend­ar­beit.

Ein­rich­tun­gen für junge Men­schen in ganz Nürn­berg

Im Rah­men eines Grund­la­gen­ver­tra­ges hat die Stadt Nürn­berg dem Kreis­ju­gend­ring ver­schie­dene Ein­rich­tun­gen und Auf­ga­ben über­tra­gen.

Dazu gehö­ren unter ande­rem:

  • die Jugend­bil­dungs­stätte Burg Hoheneck,
  • die Jugend­in­for­ma­tion,
  • die päd­ago­gi­sche Arbeit rund um das Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum Reichs­par­tei­tags­ge­lände,
  • die bei­den Jugend­zen­tren Quib­ble und Luise sowie
  • die Jugend­ar­beit im Ganz­tag als jüngs­tes Auf­ga­ben­feld.

Diese Ein­rich­tun­gen ste­hen für die Viel­falt der Nürn­ber­ger Jugend­ar­beit – von poli­ti­scher Bil­dung und Infor­ma­tion über offene Jugend­ar­beit bis hin zu Bil­dungs­an­ge­bo­ten und der Beglei­tung jun­ger Men­schen im schu­li­schen Ganz­tag.

Jugend­ringe sind Orte der Demo­kra­tie­bil­dung

Bei einem Emp­fang im His­to­ri­schen Rat­haus­saal unter­strich auch der Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Nürn­berg Mar­cus König die beson­dere Bedeu­tung des Kreis­ju­gend­rings als Ort der Demo­kra­tie­bil­dung in unse­rer Stadt.

Diese Wert­schät­zung ist wich­tig.

Denn Demo­kra­tie ent­steht nicht allein in Par­la­men­ten und Rat­häu­sern. Demo­kra­tie ent­steht dort, wo Men­schen ler­nen, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, unter­schied­li­che Mei­nun­gen aus­zu­hal­ten und gemein­sam für ihre Inter­es­sen ein­zu­ste­hen.

Genau dafür ste­hen Jugend­ver­bände und Jugend­ringe.

Eine Erfolgs­ge­schichte braucht Men­schen und ver­läss­li­che Part­ner

Der Kreis­ju­gend­ring Nürn­berg ist eine Erfolgs­ge­schichte.

Aber sol­che Erfolgs­ge­schich­ten ent­ste­hen nicht von selbst.

Sie leben von Men­schen, die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Von Ehren­amt­li­chen, die ihre Zeit und ihre Ideen ein­brin­gen. Von haupt­be­ruf­lich Täti­gen, die Struk­tu­ren schaf­fen und Ent­wick­lun­gen beglei­ten.

Und sie leben von poli­ti­schen und kom­mu­na­len Part­nern, die Ver­trauen schen­ken, Gestal­tungs­spiel­räume eröff­nen und eine ver­läss­li­che Finan­zie­rung ermög­li­chen.

Die Sozi­al­re­fe­ren­tin der Stadt Nürn­berg, Eli­sa­beth Ries, machte in ihrem fach­po­li­ti­schen Bei­trag deut­lich, welch beson­dere Stel­lung die Jugend­ar­beit im Kin­der- und Jugend­hil­fe­ge­setz der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein­nimmt.

Die Müt­ter und Väter des Kin­der- und Jugend­hil­fe­ge­set­zes haben die Bedeu­tung demo­kra­tisch orga­ni­sier­ter Jugend­ver­bände und Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen bewusst her­vor­ge­ho­ben.

Sie haben den poli­ti­schen Ebe­nen damit gewis­ser­ma­ßen ins Stamm­buch geschrie­ben:

Das ist ein star­kes Signal.

Denn wer in junge Men­schen inves­tiert, inves­tiert in die Zukunft unse­rer Demo­kra­tie.

80 Jahre – und der Auf­trag bleibt

Was 1946 aus der Erfah­rung von Krieg, Zer­stö­rung und Dik­ta­tur mit der Vision „Nie wie­der!“ begann, ist heute aktu­el­ler denn je.

Der Kreis­ju­gend­ring Nürn­berg steht für mehr als 80 Jahre Enga­ge­ment für junge Men­schen, für Mit­be­stim­mung und für Demo­kra­tie.

Seine Geschichte zeigt:

Demo­kra­tie muss gelernt, erlebt und immer wie­der ver­tei­digt wer­den.

Jugend­ver­bände leis­ten dazu einen unver­zicht­ba­ren Bei­trag!

Und des­halb gilt auch heute:

Wer Jugend­ar­beit stärkt, stärkt die Demo­kra­tie.
Wer Jugend­ver­bände unter­stützt, inves­tiert in die Zukunft unse­rer Stadt.
Und wer jun­gen Men­schen Ver­ant­wor­tung zutraut, gibt unse­rer Demo­kra­tie eine Zukunft.

Nürn­berg, im Okto­ber 2026
Michael Voss, ehem. Vor­sit­zen­der des Kreis­ju­gend­ring und Bil­dungs­re­fe­rent der Sport­ju­gend Nürn­berg